Atelier Achberger, Dresden – Handwerk mit Geschichte.

Die Idee hinter Zunftbild.de

Mich fasziniert nicht in erster Linie eine bestimmte Technik, sondern die Möglichkeit, aus einer Idee ein Bild entstehen zu lassen.

Heute stehen uns dafür Werkzeuge zur Verfügung, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar waren. Generative künstliche Intelligenz gehört für mich zu diesen Werkzeugen. Sie ermöglicht mir, historische Bildwelten, Charaktere, Berufe und Geschichten auf eine neue Art zu gestalten.

Ich sehe darin keinen Gegensatz zu Kunst oder Kreativität.

Im Gegenteil.

Für mich entsteht Kreativität dort, wo jemand eine Idee entwickelt, Entscheidungen trifft, ausprobiert, verwirft, verändert und schließlich festlegt, was veröffentlicht wird.

Genau so entstehen meine Zunftbilder.

Die Bildmotive werden vollständig mit generativer KI erzeugt. Ich male sie nicht von Hand und möchte auch nicht den Eindruck vermitteln, dass es sich um klassische Original-Aquarelle handelt.

Die Aquarelloptik, die alten Papiere, historischen Rahmen, Werkzeuge, Werkstätten und Figuren sind eine bewusst gewählte Bildsprache.

Ich liebe diese Ästhetik, weil sie hervorragend zu dem Thema passt, das mich seit Langem begeistert:

alte Handwerksberufe, Zünfte und ihre Geschichte.

Historische Meisterbriefe, Zunfturkunden, Handwerkszeichen, Werkzeuge und alte Darstellungen von Handwerkern erzählen von einer Welt, in der Können, Erfahrung und die Weitergabe von Wissen einen besonderen Stellenwert hatten.

Zünfte waren weit mehr als berufliche Vereinigungen.

Sie regelten Ausbildung und Berufsausübung, bestimmten teilweise das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben ihrer Städte und entwickelten Zeichen, Regeln, Bräuche und Traditionen, die über Generationen weitergegeben wurden.

Besonders faszinierend finde ich, wie stark sich Menschen früher mit ihrem Beruf identifizierten.

Ein Handwerk war nicht einfach nur eine Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Es bedeutete Wissen.

Erfahrung.

Verantwortung.

Und häufig auch Stolz auf das, was man beherrschte und geschaffen hatte.

Diese Haltung zum Handwerk beeindruckt mich bis heute.

Auch selbst arbeite und baue ich gerne Dinge. Besonders Holz finde ich als Werkstoff faszinierend. Sobald man versucht, etwas selbst herzustellen, merkt man sehr schnell, wie viel Erfahrung hinter Dingen steckt, die im Alltag selbstverständlich erscheinen.

Ein sauberer Schnitt, eine stabile Verbindung oder ein gut verarbeitetes Werkstück entstehen nicht zufällig.

Dahinter stehen Wissen, Übung und handwerkliches Verständnis.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich Menschen in handwerklichen Berufen so sehr schätze.

Tischler, Zimmerer, Maurer, Bäcker, Schmiede, Elektriker, Dachdecker, Steinmetze und unzählige andere Berufe schaffen, reparieren und erhalten Dinge, die unseren Alltag seit Generationen prägen.

Hinter jedem dieser Berufe stehen Menschen und Fähigkeiten, die oft über viele Generationen weitergegeben wurden.

Aus dieser Begeisterung entstand die Idee zu meinen Zunftbildern.

Ich wollte Berufe nicht einfach nur auf einem Poster darstellen.

Jedes Motiv sollte einen eigenen Charakter bekommen.

Eine Atmosphäre.

Eine kleine Geschichte.

Und deshalb gehört zu meinen Zunftbildern auch ein Gedicht.

Bild und Wort sollen gemeinsam etwas über einen Beruf erzählen – über seine Werkzeuge, seine Tradition, seine Eigenheiten und vor allem über die Menschen, die ihn ausüben.

Wie meine Bilder entstehen

Generative KI ist dabei mein zentrales Werkzeug.

Aber ein fertiges Motiv entsteht nicht dadurch, dass ich einen Satz eingebe und anschließend das erste Ergebnis verwende.

Hinter vielen Motiven stehen zahlreiche Versuche und teilweise Hunderte Varianten.

Ich recherchiere zunächst den Beruf, seine Geschichte, typische Werkzeuge, Kleidung, Arbeitsumgebung und charakteristische Details.

Danach entstehen erste Bildideen und Anweisungen für die KI.

Figuren werden verändert.

Gesichter ausgetauscht.

Körperhaltung, Blickrichtung, Werkzeuge und Umgebung werden angepasst.

Historische Fehler werden korrigiert.

Unpassende Details verschwinden.

Kompositionen werden neu aufgebaut.

Varianten werden verglichen und verworfen.

Manchmal funktioniert eine Idee nach wenigen Versuchen.

Manchmal braucht ein Motiv sehr viele Iterationen, bis es meiner Vorstellung entspricht.

Die KI erzeugt das Bild.

Aber welche Idee verfolgt wird, welche Version weiterentwickelt wird, was verändert werden muss und welches Ergebnis schließlich veröffentlicht wird, entscheide ich.

Für mich ist künstliche Intelligenz deshalb kein Ersatz für Kreativität.

Sie ist ein neues kreatives Werkzeug.

So wie Fotografie, digitale Bildbearbeitung oder Computergrafik ihre eigenen Möglichkeiten geschaffen haben, eröffnet generative KI eine neue Form visueller Gestaltung.

Ich möchte dieses Werkzeug nicht verstecken.

Es gehört zu meiner Arbeit und zu Zunftbild.de.

Vom Zunftbild zum Zunftlexikon

Je länger ich mich bei der Entwicklung der Motive mit einzelnen Berufen beschäftigte, desto mehr bemerkte ich allerdings, dass mich nicht nur ihre Darstellung interessierte.

Ich wollte mehr wissen.

Woher stammt ein Beruf?

Wie entstand seine Zunft?

Welche Werkzeuge wurden verwendet?

Welche Regeln galten für Lehrlinge, Gesellen und Meister?

Welche Zunftzeichen existierten?

Welche Rolle spielten Handwerker in ihren Städten?

Und wie entwickelte sich ein jahrhundertealtes Handwerk zu dem Beruf, den wir heute kennen?

Aus diesen Fragen entstand nach und nach das Zunftlexikon.

Was ursprünglich nur eine Ergänzung zu meinen Bildern werden sollte, entwickelte sich immer weiter zu einer Wissenssammlung über Zünfte, historische und moderne Berufe, Werkzeuge, Zunftzeichen, Ausbildung, Traditionen, Handwerksgeschichte und die Menschen dahinter.

Mein Ziel ist inzwischen ziemlich groß:

Ich möchte Zunftbild.de Stück für Stück zu einer der umfangreichsten frei zugänglichen deutschsprachigen Sammlungen über Zünfte und Handwerksgeschichte ausbauen.

Und dabei ist mir ein Grundsatz besonders wichtig:

Wissen sollte zugänglich sein.

Deshalb möchte ich das Zunftlexikon nicht hinter einer Bezahlschranke verstecken.

Wer sich für die Geschichte seines Berufes, eine alte Zunft, ein Werkzeug oder das Handwerk allgemein interessiert, soll darin stöbern, lesen und entdecken können – unabhängig davon, ob diese Person jemals eines meiner Bilder kauft.

Wenn ein Handwerker dort etwas Neues über seinen eigenen Beruf erfährt, ein Meister Erinnerungen wiederentdeckt oder ein Schüler zum ersten Mal merkt, wie spannend die Geschichte eines Handwerks sein kann, dann erfüllt das Lexikon bereits einen wichtigen Zweck.

Handwerk braucht eine Zukunft

Besonders junge Menschen möchte ich mit dem Projekt erreichen.

Viele Handwerksberufe werden heute vor allem über Ausbildungsdauer, Gehalt oder offene Stellen wahrgenommen.

Dabei geht schnell verloren, wie anspruchsvoll, vielseitig und traditionsreich viele dieser Berufe tatsächlich sind.

Ein Handwerksberuf ist nicht einfach eine Alternative zu Studium oder Büroarbeit.

Es kann unglaublich befriedigend sein, am Ende eines Tages sehen zu können, was man gebaut, repariert, gestaltet oder geschaffen hat.

Man lernt Fähigkeiten, die ein Leben lang bleiben.

Man trägt Verantwortung.

Und manchmal führt man Wissen weiter, dessen Ursprünge viele Generationen zurückreichen.

Wenn das Zunftlexikon irgendwann dazu beiträgt, auch nur einige junge Menschen neugierig auf einen solchen Beruf zu machen, wäre das für mich ein großer Erfolg.

Mein eigener Weg

Mein eigener beruflicher Weg verlief ebenfalls alles andere als geradlinig.

Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation arbeitete ich in unterschiedlichen Bereichen und lebte später mehrere Jahre im Ausland.

Vier Jahre in Spanien.

Vier Jahre in London.

Zwei Jahre in Australien.

Unterschiedliche Länder, Kulturen, Menschen und Lebenswege haben meinen Blick darauf geprägt, wie verschieden Menschen arbeiten, leben und ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.

Auch Kunst und Gestaltung spielten in meiner Familie früh eine Rolle.

Mein Vater arbeitete als Airbrush-Künstler, mein Bruder beschäftigte sich intensiv mit Ölmalerei.

Dadurch habe ich schon früh erlebt, dass Bilder mehr sein können als Dekoration.

Sie können Persönlichkeit transportieren.

Erinnerungen.

Geschichten.

Humor.

Stolz.

Und genau das möchte ich heute mit den Möglichkeiten moderner Technologie weiterführen.

Ich möchte historische Zunftkunst nicht kopieren und auch nicht so tun, als würde ich arbeiten wie ein Künstler vor 150 Jahren.

Das wäre weder ehrlich noch besonders interessant.

Mich reizt vielmehr die Verbindung aus Geschichte und Zukunft.

Alte Berufe.

Historische Bildsprache.

Traditionen und Zunftzeichen.

Verbunden mit generativer künstlicher Intelligenz, digitaler Gestaltung und den Möglichkeiten unserer Zeit.

Für mich schließen sich Tradition und Technologie nicht aus.

Sie können sich wunderbar ergänzen.

Zunftbild.de

Die Zunftbilder und das Zunftlexikon gehören deshalb für mich zusammen.

Das eine erzählt mit Bild und Gedicht von einem Beruf.

Das andere erzählt seine Geschichte.

Beides entsteht aus derselben Überzeugung:

Handwerkliches Können, Erfahrung und die Menschen hinter diesen Berufen verdienen Anerkennung – und die Geschichten unserer Berufe sollten nicht verloren gehen.

Zunftbild.de ist deshalb für mich mehr als ein Onlineshop.

Es ist ein wachsendes Projekt über Berufe, Zünfte, Handwerk und Geschichte.

Ein Ort, an dem alte Traditionen auf neue Technologien treffen.

Eine Verbindung aus Geschichte, Wissen, Gestaltung, künstlicher Intelligenz und Wertschätzung für Menschen, die etwas können und etwas schaffen.