Arp Schnitger
Arp Schnitger begann im Tischlerhandwerk und wurde zum berühmtesten norddeutschen Orgelbauer des Barock. Seine Werkstätten verbanden Holzbau, Metallpfeifen, Mechanik, Akustik und eine weitreichende Organisation von Gesellen und Außenbaustellen.
- Geboren
- 1648 in Schmalenfleth
- Gestorben
- 1719 in Neuenfelde
- Handwerk
- Tischler · Orgelbauer
- Berühmt für
- norddeutsche Barockorgeln

Geburt und Handwerkerfamilie
Arp Schnitger wurde 1648 in Schmalenfleth im Oldenburgischen geboren. Sein Vater war Tischler und Landwirt; auch der Großvater arbeitete als Tischler. Holzhandwerk war damit Teil der Familiengeschichte.
Die genaue Taufe wird in verschiedenen Quellen unterschiedlich datiert. Für die Biografie ist deshalb das gesicherte Geburtsjahr wichtiger als eine scheinbar exakte Tagesangabe.
Kindheit und Tischlerlehre
Schnitger lernte zunächst bei seinem Vater das Tischlerhandwerk. Um 1662 begann beziehungsweise vertiefte er diese Ausbildung. Holz auswählen, fügen, hobeln, konstruktiv verbinden und maßgenau bearbeiten – all das bildete später das Fundament des Orgelgehäuse- und Windladenbaus.
1666 ging er in die Werkstatt des verwandten Orgelbauers Berendt Hus in Glückstadt. Dort erweiterte sich das Holzhandwerk um Pfeifenbau, Windversorgung, Traktur und klangliche Abstimmung.
Vom Tischler zum Orgelbaumeister
Um 1671 arbeitete Schnitger als Geselle. Nach dem Tod von Berendt Hus 1676 übernahm er zunehmend Verantwortung und führte Projekte selbständig weiter. 1682 verlagerte er seinen Schwerpunkt nach Hamburg.
Ein Orgelbauer musste viele Gewerke zusammenführen: Schreiner- und Zimmermannsarbeit für Gehäuse und innere Konstruktion, Metallarbeit für Pfeifen, Lederverarbeitung für Bälge, feinmechanische Trakturen und schließlich Intonation. Schnitgers Stärke lag nicht nur im Klang, sondern in der Organisation dieses komplexen Systems.
Warum Arp Schnitger berühmt wurde
Schnitger und seine Werkstätten bauten oder erneuerten weit über hundert Orgeln. Sein Wirkungsraum reichte von Norddeutschland und den Niederlanden bis nach Portugal und darüber hinaus. Viele Instrumente wurden durch Schüler und Werkstattmitarbeiter geprägt.
Die Orgel in der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi besitzt einen besonders großen Bestand an Pfeifen aus Schnitgers Zeit und gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse seines Schaffens.
Persönlicher Lebenslauf
- Geburt in Schmalenfleth im Oldenburgischen.
- Aufwachsen in einem Tischler- und Bauernhaushalt.
- Familiengründung; mehrere Söhne werden ebenfalls Orgelbauer.
- Tod in Neuenfelde bei Hamburg.
Beruflicher Lebenslauf
- Tischlerausbildung beim Vater.
- Eintritt in die Orgelbauwerkstatt Berendt Hus in Glückstadt.
- Gesellentätigkeit im Orgelbau.
- Zunehmend selbständige Leitung von Orgelprojekten.
- Werkstattzentrum in Hamburg; Großauftrag für St. Nikolai.
- Weitreichendes Werkstattnetz und zahlreiche Orgelneubauten.
