Zunftlexikon · Grundlagen

Ausbildung Anlagenmechaniker/in SHK – Betrieb, Berufsschule, Gesellen- und Meisterprüfung

Grundlagen, Begriffe und regionale Unterschiede des historischen Zunftwesens.

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Grundlagen des Zunftwesens

Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sorgen für Trinkwasser, Wärme, Luftqualität und effiziente Gebäudetechnik. Sie verbinden Metall- und Rohrbearbeitung mit Hydraulik, Elektrotechnik, Regelung, Hygiene und Kundenberatung.

Johann Vaillant als historischer Wegbereiter der Heizungs- und Warmwassertechnik
Johann Vaillant, Kupferschmied und Pionier der Warmwassertechnik. Quelle: Wikimedia Commons.
Stand 31. August 2026: Der anerkannte Ausbildungsberuf dauert 42 Monate. Die geltende Ausbildungsordnung stammt von 2016. Im Handwerk ist grundsätzlich die Handwerkskammer zuständig.

Beruf auf einen Blick

Dauer 3,5 Jahre / 42 Monate
Einsatzgebiete Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Lüftungs- und Klimatechnik, erneuerbare Energien und Umwelttechnik
Lernorte Betrieb, Berufsschule, häufig ÜLU
Abschluss gestreckte Abschluss- oder Gesellenprüfung

Was man im Betrieb lernt

Im ersten Abschnitt werden Werkstoffe bearbeitet, Rohre getrennt, gebogen und verbunden, Bauteile montiert, technische Zeichnungen gelesen sowie Maße und Drücke geprüft. Danach folgen Trinkwasser-, Entwässerungs-, Heizungs-, Lüftungs- und Regelungssysteme. Auszubildende lernen Anlagen zu installieren, elektrisch anzuschließen, einzustellen, in Betrieb zu nehmen, zu warten und Störungen systematisch zu beheben.

Moderne Schwerpunkte

Wärmepumpen, Solarthermie, hybride Heizsysteme, hydraulischer Abgleich, vernetzte Regelungen und energieeffiziente Sanierung gehören zum heutigen Arbeitsfeld. Ebenso wichtig sind Trinkwasserhygiene, Schutz vor Legionellen, Dichtheit, Brandschutz, Kundeninformation und digitale Dokumentation.

Was die Berufsschule vermittelt

In Lernfeldern werden versorgungstechnische Anlagen geplant, Bauteile gefertigt, Trinkwasser- und Entwässerungssysteme erschlossen, Wärmeverteilungsanlagen aufgebaut, Wärmeerzeuger und raumlufttechnische Anlagen ausgewählt sowie Anlagen optimiert und instand gehalten. Fachrechnen, Physik, technische Regeln, Elektrotechnik und WiSo werden auf Kundenaufträge bezogen.

Überbetriebliche Lehrgänge

ÜLU-Lehrgänge gleichen unterschiedliche Betriebsschwerpunkte aus. Typische Themen sind Fügetechnik, Trinkwasserinstallation, elektrische Komponenten, Brenner- und Regelungstechnik, Wärmepumpen oder Prüfungsvorbereitung. Die genaue Folge richtet sich nach Kammer und Bildungsstätte.

Prüfung Teil 1: Versorgungstechnik

Teil 1 soll vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 7 Stunden, davon 60 Minuten schriftlich; das situative Fachgespräch dauert höchstens 10 Minuten. Gefordert sind das Anfertigen und Prüfen eines versorgungstechnischen Bauteils oder einer Baugruppe, Arbeitsplanung, Fügen, Montage, Messen und Protokollieren. Gewicht: 30 Prozent.

Prüfung Teil 2

Bereich Dauer Gewicht
Kundenauftrag 15 Stunden, Fachgespräch höchstens 20 Minuten 35 %
Arbeitsplanung 150 Minuten schriftlich 15 %
Systemanalyse und Instandhaltung 90 Minuten schriftlich 10 %
Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten schriftlich 10 %

Gesamtprüfung und Teil 2 müssen mindestens ausreichend sein, ebenso der Kundenauftrag. Mindestens zwei weitere Teil-2-Bereiche müssen ausreichend sein; kein Teil-2-Bereich darf ungenügend sein. Eine 15-minütige mündliche Ergänzung kann unter gesetzlichen Voraussetzungen möglich sein.

So bereitet man sich vor

  1. Rohr- und Fügetechniken sauber und zeitsicher üben.
  2. Hydraulik- und Elektroschaltbilder lesen und Fehlerketten erklären.
  3. Inbetriebnahme-, Mess- und Übergabeprotokolle vollständig führen.
  4. Kundenauftrag vom Aufmaß bis zur Einweisung simulieren.
  5. Trinkwasserhygiene und Schutzmaßnahmen nicht als Nebenthema behandeln.
  6. Arbeitsplanung mit Material, Werkzeug, Zeit und Qualitätssicherung trainieren.
Typischer Fehler: Einzelne Bauteile kennen, aber das Gesamtsystem nicht erklären können. In der Prüfung zählen Wechselwirkungen zwischen Hydraulik, Wärme, Elektrik, Regelung und Nutzerverhalten.

Vom Gesellen zum Meister

Der passende Abschluss ist Installateur- und Heizungsbauermeister/in. Die Meisterprüfung umfasst die Teile I bis IV. Teil I prüft meisterhafte praktische Auftragsbearbeitung einschließlich Planung, Durchführung, Dokumentation und Fachgespräch; Teil II die Fachtheorie. Teil III behandelt Betriebswirtschaft und Recht, Teil IV Ausbildungspädagogik.

Meisterprüfung vorbereiten

Besonders wertvoll sind Praxis in komplexen Anlagen, Fehlersuche, hydraulischem Abgleich, Kundenberatung, Kalkulation und rechtssicherer Dokumentation. Vor Kursbeginn sollten Kandidaten bei der Handwerkskammer aktuelle Projektanforderungen, Zulassung, Gebühren, Fristen und erlaubte Hilfsmittel prüfen.

Weiter im Lexikon

Johann Vaillant · Ausbildung und Prüfungen · Innungen, HWK und IHK

Amtliche Quellen

Redaktionell geprüft am 31. August 2026. Regionale Prüfungsdetails veröffentlicht die zuständige Handwerkskammer.

AUTOR · RECHERCHE · EINORDNUNG

Über Recherche und Quellenkritik

M. Achberger

Für das Zunftlexikon werden historische Ordnungen, Museumsbestände, wissenschaftliche Nachschlagewerke und digitale Originalquellen miteinander verglichen. Regionale und zeitliche Unterschiede werden ausdrücklich gekennzeichnet.

Historische Recherche · Quellenkritik · Handwerksgeschichte

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