Grundlagen des Zunftwesens
Elektronikerinnen und Elektroniker im Handwerk planen, installieren, programmieren, prüfen und warten elektrotechnische Systeme. Diese Seite behandelt den anerkannten Handwerksberuf nach der Elektronikerausbildungsverordnung von 2021 – nicht ähnlich benannte industrielle Elektroberufe.

Stand 31. August 2026: Die Ausbildung dauert 42 Monate. Es gibt die Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik. Zuständig ist bei einem Handwerksbetrieb grundsätzlich die Handwerkskammer.
Beruf auf einen Blick
| Dauer | 3,5 Jahre / 42 Monate |
|---|---|
| Lernorte | Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und häufig überbetriebliche Lehrgänge |
| Abschluss | Gesellenprüfung in zwei zeitlich getrennten Teilen |
| Weiterbildung | Elektrotechnikermeister/in, Techniker/in, Fachwirt/in oder Studium |
Die zwei Fachrichtungen
Energie- und Gebäudetechnik umfasst unter anderem Energieversorgung, Beleuchtung, Gebäudesystemtechnik, Ladeinfrastruktur, Kommunikation und vernetzte Anlagen. Automatisierungs- und Systemtechnik konzentriert sich stärker auf Sensoren, Aktoren, Steuerungen, Bussysteme, Software und automatisierte Prozesse. Die Grundlagen zu Sicherheit, Messen, Prüfen, Dokumentieren und Fehlersuche sind gemeinsam.
Was man im Betrieb lernt
Zu Beginn stehen Arbeitssicherheit, die fünf Sicherheitsregeln, Werkzeuge, Leitungen, Schaltzeichen, Schutzmaßnahmen und einfache Installationen. Danach folgen das Montieren und Verdrahten, Messungen, Prüfprotokolle, Inbetriebnahmen und systematische Fehlersuche. In der zweiten Hälfte werden Kundenaufträge selbstständiger geplant: Material bestimmen, Anlage ändern oder erweitern, Software konfigurieren, Datenschutz und Informationssicherheit beachten, Ergebnisse dokumentieren und Kunden einweisen.
Was die Berufsschule vermittelt
Der Unterricht ist in Lernfelder gegliedert. Typisch sind elektrotechnische Systeme analysieren, Installationen planen und ausführen, Steuerungen untersuchen, Energieversorgung und Sicherheit gewährleisten, Anlagen programmieren, vernetzen und instand halten. Mathematik, Physik und technische Kommunikation werden auf reale Aufträge angewendet; Wirtschafts- und Sozialkunde ergänzt das Fachwissen.
Überbetriebliche Unterweisung
Die ÜLU ergänzt kleinere oder spezialisierte Betriebe. Je nach Kammerbezirk werden beispielsweise Schutzmaßnahmen, Gebäudesystemtechnik, Steuerungs- und Antriebstechnik, Messpraxis oder Prüfungsvorbereitung trainiert. Verbindliche Termine und Lehrgänge legt die zuständige Kammer beziehungsweise Bildungsstätte fest.
Gesellenprüfung Teil 1
Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr im Bereich Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel statt. Insgesamt sind 10 Stunden vorgesehen: 8 Stunden Arbeitsaufgabe einschließlich höchstens 10 Minuten situativem Fachgespräch sowie 120 Minuten schriftliche Aufgaben. Bewertet werden Planung, Montage, Verdrahtung, Schutzmaßnahmen, Messung, Fehlersuche, Inbetriebnahme und Dokumentation. Das Ergebnis zählt 30 Prozent der Gesamtnote.
Gesellenprüfung Teil 2
| Prüfungsbereich | Gewicht | Form |
|---|---|---|
| Kundenauftrag | 36 % | praktischer Auftrag, Dokumentation und Fachgespräch nach Kammerverfahren |
| Systementwurf | 12 % | 120 Minuten schriftlich |
| Funktions- und Systemanalyse | 12 % | 120 Minuten schriftlich |
| Wirtschafts- und Sozialkunde | 10 % | 60 Minuten schriftlich |
Bestanden ist die Prüfung nur, wenn Gesamtergebnis und Teil 2 mindestens ausreichend sind, der Kundenauftrag mindestens ausreichend ist, mindestens zwei weitere Teil-2-Bereiche ausreichend sind und kein Teil-2-Bereich ungenügend ist. In bestimmten schriftlichen Bereichen kann eine 15-minütige mündliche Ergänzungsprüfung möglich sein.
So bereitet man sich vor
- Ausbildungsnachweis früh vollständig halten.
- Schaltpläne und Prüfprotokolle unter Zeitdruck üben.
- Messwerte nicht nur ablesen, sondern Schutzwirkung begründen.
- Fehlersuche immer strukturiert dokumentieren.
- Kundenauftrag mit Materialliste, Zeitplan, Inbetriebnahme und Übergabe simulieren.
- Fachgespräche laut üben und jede Entscheidung mit Sicherheit, Norm oder Funktion begründen.
Typischer Fehler: Eine funktionierende Schaltung allein reicht nicht. Fehlende Schutzprüfung, unklare Dokumentation oder unsicheres Arbeiten kann die Bewertung entscheidend verschlechtern.
Vom Gesellen zum Meister
Die Meisterprüfung umfasst vier selbständige Teile: praktische Fachkompetenz, Fachtheorie, betriebswirtschaftlich-rechtliche Kenntnisse und Berufs- und Arbeitspädagogik. In Teil I werden meisterhafte Planung, Ausführung, Prüfung und ein Fachgespräch verlangt; Teil II behandelt unter anderem System-, Sicherheits-, Auftrags- und Betriebsfragen. Kurse sind nicht zwingend, aber wegen Breite und Prüfungsorganisation sehr zu empfehlen.
Vorbereitung auf die Meisterprüfung
Sinnvoll sind Berufspraxis in Planung und Fehlersuche, sichere Normenanwendung, Kalkulation, Angebot und Nachkalkulation sowie Erfahrung in Mitarbeiter- und Ausbildungsführung. Frühzeitig bei der Handwerkskammer Prüfungszulassung, Projektvorgaben, Hilfsmittel und Fristen anfordern – diese Details werden regional festgelegt.
Weiter im Lexikon
Ausbildung und Prüfungen im Handwerk · Innungen, HWK und IHK · Zunftbild Elektroniker
Amtliche Quellen
- Elektronikerausbildungsverordnung
- BIBB: Elektroniker/in, Automatisierungs- und Systemtechnik
- KMK: Rahmenlehrpläne
- Handwerksordnung
Redaktionell geprüft am 31. August 2026. Prüfungsort, Anmeldefristen, zugelassene Hilfsmittel und konkrete Aufgaben bestimmt die zuständige Kammer.