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31 · Tasteninstrumentenbauer · Padua & Florenz

Bartolomeo Cristofori

Cristofori löste ein Problem, an dem sich der Charakter des Tasteninstruments grundlegend änderte: Eine Taste sollte nicht nur einen Ton auslösen, sondern dessen Lautstärke durch den Anschlag beeinflussen. Seine Hammermechanik wurde zum Ausgangspunkt des modernen Klaviers.

Geboren
4. Mai 1655 · Padua
Gestorben
27. Januar 1732 nach modernem Kalender · Florenz
Handwerk
Cembalo- und Tasteninstrumentenbauer
Berühmt für
Erfindung des Pianoforte um 1700
Historisches Porträt Bartolomeo Cristoforis
Überliefertes Porträt Cristoforis, um 1726. Das Original ging im Zweiten Weltkrieg verloren; erhalten ist die Reproduktion.

Der entscheidende Schritt vom Cembalo zum Klavier war kein abstrakter Geistesblitz. Cristofori musste Holz, Leder, Metall, Hebelwege, Rückfall der Hämmer und Dämpfung so zusammenbringen, dass die Mechanik zuverlässig auf die Hand des Spielers reagierte.

Padua: Herkunft und frühes Handwerk

Bartolomeo Cristofori wurde am 4. Mai 1655 in Padua als Sohn von Francesco und Laura geboren und zwei Tage später getauft. Über seine Lehrzeit ist deutlich weniger bekannt als über seine spätere Florentiner Tätigkeit. Sicher ist, dass er bereits als versierter Instrumentenbauer hervortrat und sich besonders mit Cembali und anderen Saiteninstrumenten beschäftigte.

Gerade bei Cristofori lohnt es sich, zwischen dem gesicherten Lebenslauf und später ausgeschmückten Erfinderbiografien zu unterscheiden. Seine große Leistung lässt sich an erhaltenen Instrumenten und höfischen Inventaren nachvollziehen – man braucht dafür keine Legende.

Instrumentenmacher am Hof der Medici

1688 wurde Cristofori an den Hof des Großprinzen Ferdinando de’ Medici nach Florenz berufen. Dort betreute, reparierte und baute er Instrumente für eine der bedeutendsten höfischen Sammlungen Europas. Diese Stellung gab ihm nicht nur Zugang zu Material und Auftraggebern, sondern auch die Möglichkeit, Mechaniken systematisch weiterzuentwickeln.

Cristofori baute weiterhin Cembali und Spinette. Seine Arbeit zeigt, dass Innovation und traditionelles Handwerk nicht gegeneinander standen: Das neue Instrument entstand aus tiefem Verständnis des bestehenden Cembalobaus.

Die Erfindung des Pianoforte

Ein Inventar der Medici von 1700 nennt ein von Cristofori „neu erfundenes“ Instrument mit Hämmern und Dämpfern. Anders als beim Cembalo, bei dem die Saite angerissen wird, schlägt beim Pianoforte ein Hammer die Saite an. Entscheidend war eine ausgeklügelte Auslösung: Der Hammer musste die Saite treffen, sofort wieder zurückfallen und durfte nicht an ihr liegen bleiben.

1711 beschrieb Scipione Maffei die Erfindung ausführlich und verwendete die Bezeichnung „gravicembalo col piano e forte“ – ein Cembalo, das leise und laut spielen konnte. Drei originale Cristofori-Pianos sind erhalten. Das Instrument von 1720 im Metropolitan Museum gilt als das älteste heute erhaltene Klavier.

Warum das Handwerk entscheidend war: Eine Idee allein hätte nicht genügt. Die Klaviermechanik funktioniert nur durch präzise abgestimmte Hebel, Hammerköpfe, Dämpfer, Saitenspannung und Gehäusekonstruktion.

Persönlicher Lebenslauf

  • Geburt am 4. Mai in Padua; Taufe am 6. Mai.
  • Übersiedlung nach Florenz in den Dienst des Medici-Hofs – ein entscheidender Einschnitt in Leben und Karriere.
  • Nach dem Tod Ferdinando de’ Medicis bleibt Cristofori im Umfeld der großherzoglichen Instrumentensammlung tätig.
  • Testamente geben Einblick in persönliche Beziehungen, Verwandtschaft und Schülerkreis.
  • Tod in Florenz am 27. Januar nach heutiger Kalenderrechnung; ältere Quellen nennen wegen des damaligen Florentiner Kalenders 1731.

Beruflicher Lebenslauf

  • Arbeit als Instrumentenmacher in Padua; Spezialisierung auf Cembali und Saiteninstrumente.
  • Berufung an den Hof Ferdinando de’ Medicis zur Betreuung und Herstellung von Instrumenten.
  • Erstes eindeutiges Inventarzeugnis für ein neuartiges Hammerklavier.
  • Scipione Maffei veröffentlicht eine technische Beschreibung des neuen „piano e forte“.
  • Bau des ältesten heute erhaltenen Cristofori-Pianos, heute im Metropolitan Museum of Art.
  • Weitere erhaltene Instrumente dokumentieren die fortgesetzte Verbesserung seiner Mechanik.

Vom Cembalo zum Klavier

Quellen & Weiterführendes

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