Robert Bosch
Robert Bosch begann als Feinmechanikerlehrling und wanderte durch Werkstätten in Deutschland, den USA und England. 1886 eröffnete er mit einem Gesellen und einem Laufburschen seine eigene Werkstatt. Der spätere Weltkonzern entstand aus Reparaturen, Klingeln, Telefonanlagen und der präzisen Anpassung von Magnetzündern.
- Geboren
- 23. September 1861 · Albeck bei Ulm
- Gestorben
- 12. März 1942 · Stuttgart
- Handwerk
- Feinmechaniker, Elektrotechniker, Unternehmer
- Berühmt für
- Magnetzündung, Werkstattorganisation und Aufbau von Bosch

Boschs Aufstieg begann nicht mit einer bahnbrechenden eigenen Erfindung, sondern mit der Fähigkeit, vorhandene Technik zuverlässig zu bauen und zu verbessern. Besonders beim Magnetzünder wurde aus einem bekannten Prinzip durch präzise Fertigung und konsequente Weiterentwicklung ein massentaugliches Automobilbauteil.
Großfamilie, Realschule & eine schwierige Lehre
Robert Bosch wurde am 23. September 1861 in Albeck bei Ulm als elftes von zwölf Kindern geboren. Seine Eltern Servatius und Maria Margaretha Bosch stammten aus wohlhabenderem bäuerlichem Milieu, betrieben Landwirtschaft und das Gasthaus „Zur Krone“. Der Vater war für seine Zeit ungewöhnlich belesen, politisch interessiert und von Vorstellungen sozialer Gerechtigkeit geprägt.
Robert besuchte von 1869 bis 1876 die Realschule in Ulm. Mit fünfzehn begann er auf Anraten des Vaters eine dreijährige Lehre als Feinmechaniker. Rückblickend kritisierte Bosch diese Ausbildung stark: Sein Meister habe wenig angeleitet und sich kaum um die Lehrlinge gekümmert. Gerade diese schlechte Erfahrung beeinflusste später die Art, wie Bosch im eigenen Unternehmen Lehrlinge ausbilden ließ.
Feinmechanik bedeutete Arbeit an kleinen, maßhaltigen Teilen, Messinstrumenten und Mechanismen. Die Lehre gab Bosch eine handwerkliche Basis, aber die eigentliche technische Erweiterung kam in den Wanderjahren.
Wanderschaft zwischen Mechanik und Elektrizität
Zwischen 1879 und 1886 arbeitete Bosch bei verschiedenen Firmen in Deutschland, den USA und Großbritannien. Er kam mit der damals neuen Elektrotechnik in Berührung und besuchte im Wintersemester 1883/84 als außerordentlicher Student Vorlesungen am Stuttgarter Polytechnikum.
In New York arbeitete er zeitweise bei Thomas Edisons Edison Machine Works; in England bei Siemens Brothers in Woolwich. Die Stationen erweiterten seinen Blick auf Fertigung, elektrische Systeme und Betriebsorganisation. Von seinem Bruder Karl, der ein Gas- und Wasserinstallationsgeschäft führte, lernte er zudem Grundlagen der Buchführung.
Im November 1886 eröffnete der 25-Jährige in Stuttgart die „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“. Der Betrieb startete mit einem Gesellen und einem Laufburschen. Man installierte Telefonanlagen und elektrische Klingeln und übernahm nahezu jede feinmechanische oder elektrotechnische Arbeit, die Geld brachte.
Magnetzündung und der Schritt zum Automobilzulieferer
Ein Auftrag führte Bosch zur Magnetzündung für stationäre Gasmotoren. Das Grundprinzip war nicht seine eigene Erfindung; seine Werkstatt verbesserte eine vorhandene Konstruktion. Der Magnetzünder erzeugt die elektrische Energie für den Zündfunken mechanisch und benötigt keine externe Batterie. Für frühe Verbrennungsmotoren war die Zuverlässigkeit dieser Zündung entscheidend.
1897 gelang die Anpassung eines Magnetzünders an einen Automobilmotor. Damit öffnete sich ein stark wachsender Markt. 1902 folgte die Hochspannungsmagnetzündung mit Zündkerze. Eine wichtige historische Differenzierung gehört dazu: Diese Konstruktion wurde maßgeblich von Boschs Entwicklungsleiter Gottlob Honold entwickelt. Robert Bosch war Unternehmer und technisch versierter Werkstattleiter, aber nicht der alleinige Erfinder aller Produkte, die seinen Namen trugen.
1901 entstand ein erstes eigenes Fabrikgebäude. Innerhalb weniger Jahre wuchs der Betrieb stark und expandierte international. Bosch legte später großen Wert auf Ausbildung und richtete 1913 eine eigene Lehrwerkstatt ein.
Zu seiner Biografie gehören außerdem soziale und politische Positionen. Bosch setzte sich für bessere Arbeitsbedingungen, Bildung und gesellschaftliche Verständigung ein. In der NS-Zeit bestanden zugleich die Widersprüche eines großen Industriebetriebs unter der Diktatur; Bosch und enge Mitarbeiter unterstützten Kontakte zum Widerstand, während in Unternehmensteilen während des Krieges Zwangsarbeit eingesetzt wurde. Eine vollständige Unternehmensgeschichte darf diese Ebenen nicht ausblenden.
Persönlicher Lebenslauf
- Geburt am 23. September in Albeck bei Ulm als elftes von zwölf Kindern.
- Feinmechanikerlehre in Ulm.
- Heirat mit Anna Kayser. Das Paar hat mehrere Kinder.
- Tod des Sohnes Robert an Multipler Sklerose – ein schwerer Einschnitt für die Familie.
- Scheidung von Anna; im selben Jahr zweite Ehe mit Margarete Wörz.
- Starkes Engagement für Bildung, Gesundheit, soziale Fragen und deutsch-französische Verständigung.
- Tod am 12. März in Stuttgart.
Beruflicher Lebenslauf
- Gesellen- und Wanderjahre in Deutschland, den USA und Großbritannien.
- Technische Vorlesungen am Stuttgarter Polytechnikum.
- Zeitweilige Arbeit bei Edison Machine Works in New York.
- Gründung der Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik in Stuttgart.
- Aufbau der Magnetzünderfertigung.
- Erste erfolgreiche Anwendung der Bosch-Magnetzündung im Automobil.
- Erstes eigenes Fabrikgebäude.
- Hochspannungsmagnetzündung mit Zündkerze, maßgeblich entwickelt von Gottlob Honold.
- Einrichtung einer eigenen Bosch-Lehrwerkstatt.