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22 · Cabinetmaker · London

Thomas Chippendale

Chippendale wurde so berühmt, dass sein Name heute oft wie eine Stilbezeichnung verwendet wird. Dabei begann seine Geschichte im Holzhandwerk: als Sohn eines Joiners in Yorkshire, später als Londoner Cabinetmaker, Unternehmer und Herausgeber eines revolutionären Möbel-Designbuchs.

Geboren
1718, Otley bei Leeds
Gestorben
1779, London
Handwerk
Cabinetmaker / Möbeltischler
Berühmt für
The Gentleman and Cabinet-Maker’s Director
Mahagonikabinett von Thomas Chippendale in Harewood House
Möbel von Thomas Chippendale in Harewood House. Bei Chippendale werden bewusst Werke gezeigt: Ein zuverlässig authentifiziertes Porträt des Meisters ist nicht bekannt.

Chippendales Karriere zeigt eine neue Form handwerklicher Berühmtheit: Er verkaufte nicht nur Möbel, sondern veröffentlichte seine Entwürfe. Damit konnte sein Name in Werkstätten zirkulieren, die nie ein Möbel aus seiner Londoner Werkstatt gesehen hatten.

Otley: Sohn eines Joiners

Thomas Chippendale wurde 1718 in Otley in Yorkshire geboren; der Taufeintrag vom Juni 1718 ist die früheste sichere Lebensspur. Sein Vater John war Joiner, also Holzhandwerker. Wahrscheinlich lernte Thomas bei ihm die Grundlagen des Gewerbes.

Über die erste Hälfte seiner Jugend und konkrete weitere Lehrstationen ist überraschend wenig bekannt. Das Metropolitan Museum betont, dass der frühe Lebenslauf ausgesprochen lückenhaft ist. Gerade deshalb sollte man keine erfundene Meister-Lehrgeschichte ergänzen. Sicher ist: Bis 1748 hatte Chippendale den Weg nach London geschafft.

Londoner Cabinetmaker und Unternehmer

In London heiratete Chippendale 1748 Catherine Redshaw. Die ersten Geschäftsjahre sind nur teilweise nachvollziehbar. Wahrscheinlich arbeitete er zunächst auch als Auftragnehmer für andere Möbelmacher und Ausstatter, bevor er eine eigene starke Marktposition gewann.

Ein Cabinetmaker beherrschte Konstruktion, Furnier, Beschläge und den Umgang mit hochwertigen Hölzern; große Aufträge verlangten außerdem Zeichner, Schnitzer, Polsterer, Vergolder und weitere Spezialisten. Chippendales späteres Unternehmen war entsprechend mehr als eine einzelne Werkbank.

1754: Ein Buch macht einen Handwerker berühmt

1754 veröffentlichte Chippendale The Gentleman and Cabinet-Maker’s Director. Das großformatige Werk enthielt 160 Tafeln mit Entwürfen für Stühle, Schränke, Tische, Betten, Bibliotheksmöbel und zahlreiche weitere Einrichtungsgegenstände. Es verband praktische Vorlage mit Werbung für die eigene Entwurfsfähigkeit.

Der Director verbreitete Chippendales Namen weit über London hinaus. Entwürfe konnten kopiert, variiert und in anderen Werkstätten umgesetzt werden. Deshalb bezeichnet „Chippendale“ heute häufig eine breitere Stilwelt – nicht jedes sogenannte Chippendale-Möbel stammt aus seiner Werkstatt.

Bildstandard: Im Internet kursieren angebliche Chippendale-Porträts. Da kein sicher authentifiziertes Porträt bekannt ist, verwendet diese Seite Möbel und Originalentwürfe statt eines zweifelhaften Gesichts.

Persönlicher Lebenslauf

  • Geburt und Taufe in Otley, Yorkshire.
  • In London nachweisbar; Heirat mit Catherine Redshaw.
  • Tod seiner ersten Ehefrau; Chippendale heiratet später erneut.
  • Tod in London.

Beruflicher Lebenslauf

  • Holzhandwerkliche Ausbildung; Details der Lehrjahre bleiben teilweise unbekannt.
  • Aufbau der Londoner Karriere.
  • Erste Ausgabe des Director.
  • Große Innenausstattungs- und Möbelaufträge, unter anderem für Harewood House.

Möbel und Entwurf

Quellen

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