Unterrichtsprojekt · Quellenarbeit und Berufsorientierung
Handwerk vor unserer Schultür
Spuren finden, Aussagen prüfen und ein eigenes Berufsporträt entwickeln: vom vorbereiteten Modellfall bis zur Recherche in der Schulumgebung.
Eine Forschungsfrage statt einer fertigen Geschichte
Die Klasse untersucht zunächst Katalogangaben zu einem Lehrbrief von 1920 und ein heutiges Berufsprofil. Anschließend formuliert sie eine eigene Frage zu einem Beruf, Betrieb oder Objekt in ihrer Umgebung. Das Ergebnis ist ein Steckbrief mit belegten Aussagen, Quellen und einer offenen Frage.
Eine Aufgabe zum Ausprobieren
Bewusst erfundener Übungsfall: Vor einem Laden hängt ein Schild mit einer Brezel. Jemand behauptet: „Hier wird bestimmt schon seit dem Mittelalter gebacken.“
Was ist tatsächlich beobachtet worden? Was ist nur vermutet? Welche Quelle müsste man prüfen, um etwas über das Alter des Betriebs sagen zu können?
Der Modellfall betrifft Würzburg 1920 und ein heutiges Berufsprofil. Er belegt keine Geschichte des jeweiligen Schulorts. Diesen Bezug recherchiert die Lerngruppe selbst.
Zu den vier Materialien
Vier Materialien, klar getrennt
Schülerunterlagen und Lösungen bleiben separate Dateien. Alle Angaben für den Kernunterricht sind im Paket enthalten; Internet und Betriebsbesuch sind dafür nicht erforderlich.
01 · 8 Seiten · Schülerfassung
Schülerheft
Arbeitsaufträge A1-A8, Schreibflächen, Quellenprotokoll, Interviewfragen und Reflexion. Kern und lokale Erweiterung sind gekennzeichnet.
Schülerheft öffnen · PDF02 · 4 Seiten · Arbeitsgrundlage
Quellenmappe
Zwei nummerierte Lesekarten mit Herkunftsnachweisen, Grenzen der Aussagekraft und Hilfen für eine eigene lokale Recherche.
Quellenmappe öffnen · PDF03 · 6 Seiten · Nur für Lehrkräfte
Lehrerhandreichung
90-Minuten-Ablauf, Kopierempfehlung, Lösungen, Basis- und Vertiefungshilfen sowie ein transparentes Bewertungsraster.
Handreichung und Lösungen öffnen · PDF04 · 2 Seiten · Klassenprojekt
Ausstellungsvorlage
Steckbrief mit Aussagen, Vergleich, Quellenliste und offener Frage. Auch ohne fremde Abbildungen vollständig verwendbar.
Ausstellungsvorlage öffnen · PDFDauerhaft kostenlos, ohne Anmeldung oder Kauf. Die PDFs öffnen sich in einem neuen Tab und lassen sich dort speichern oder ausdrucken.
Ein möglicher Ablauf in 90 Minuten
- 10 Minuten: Beobachtung und Vermutung am erfundenen Schild-Fall unterscheiden.
- 30 Minuten: Q1 erschließen und mit Q2 vergleichen. Fehlende Angaben ausdrücklich benennen.
- 35 Minuten: Einen Modell-Steckbrief erstellen, gegenseitig prüfen und überarbeiten.
- 15 Minuten: Ergebnisse vorstellen und die eigene Annahme reflektieren.
Lokale Erweiterung: Ab 45 zusätzlichen Minuten mit vorbereiteten Ortsquellen. Freie Recherche, Archivkontakte und Besuche benötigen zusätzliche Zeit. Ein Ausflug ist keine Voraussetzung.
So passt das Projekt zur Lerngruppe
Basis: Sprache und Quellenarbeit unterstützen
Die Quellenkarte zeilenweise erschließen, Angaben markieren und zunächst nur zwei Vergleichskriterien bearbeiten. Wortbank und Satzanfänge helfen beim Formulieren. „Keine Angabe“ ist ein zulässiges Ergebnis.
Vertiefung: Perspektiven und Überlieferung hinterfragen
Nach Anlass, Zweck und fehlenden Stimmen fragen. Bei der Ortsrecherche zwei Darstellungen vergleichen und prüfen, ob beide auf denselben Beleg zurückgehen. Eine örtliche Regel nie ungeprüft auf alle Handwerke übertragen.
Ohne Internet oder Betriebsbesuch unterrichten
Die Quellenmappe enthält die Texte für den vollständigen Kern. Ohne Ortsrecherche bleibt das Ergebnis ausdrücklich ein Modell-Steckbrief. Ein Ortsbezug wird nicht erfunden, um die Vorlage zu füllen.
Bilder, Namen und Sicherheit
Eine eigene Skizze ist freiwillig. Historische Quellen, moderne Illustrationen und KI-Bilder müssen unterscheidbar bleiben. Besuche, Aufsicht und eine mögliche Veröffentlichung mit Bildern oder Namen klärt die Lehrkraft vorab; praktische Werkzeugbedienung ist nicht Teil des Materials.
Quellen und redaktioneller Stand
Q1: Deutsches Historisches Museum / Deutsche Digitale Bibliothek: Lehrbrief, Inventarnummer DG 90/8303. Verwendet werden Katalogangaben; keine Originalabbildung oder vollständige Urkundenabschrift.
Q2: Bundesagentur für Arbeit: Berufsprofil Bäcker/in. Redaktionelle Kurzfassung, abgeglichen mit dem zugehörigen Eintrag bei BERUFE.TV.
Version 1.0 · Quellenprüfung 14. September 2026 · Herausgeber: Atelier Achberger / Zunftbild.de. Redaktionell ausgearbeitet, noch nicht schulisch erprobt oder extern didaktisch begutachtet. Klassen- und Zeitangaben sind Empfehlungen, keine geprüfte Lehrplanzuordnung. Nutzungshinweise stehen in der Lehrerhandreichung.
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